Selber entworfen!

Im letzten Artikel habe ich bereits Tinkercad als einfaches aber effizientes Werkzeug vorgestellt. Es gibt auch noch weitere kostenfreie Programme, die ich hier kurz vorstelle.

MeshLab und Meshmixer sind zwei kleine Werkzeuge zum Reparieren oder Verändern von bestehenden 3D-Modellen. Beide Programme haben viele Optionen, aber meist nutze ich nur die Grundfunktionen, z.B. um Oberflächen zu glätten.

SketchUp ist ein immer noch leicht zu bedienendes aber sehr leistungsfähiges Entwurfsprogramm. Es wurde ursprünglich für das Architekturdesign entwickelt. 2006 wurde die Software von Googel gekauft und kostenfrei vertrieben, damit die Community 3D-Häuser für Google Maps erstellen kann. Heute ist Sketchup wieder eigenständig, aber eine kostenfreie Einsteigerversion ist weiterhin erhältlich.

Sculptris ist die Software-Umsetzung von „mit Ton modellieren“. Die Software erfordert Einarbeitung, bietet aber tolle Möglichkeiten. Eigentlich wird das Programm für 3D-Modelle in Computerspielen, Filmen und Virtual Reality genutzt und weniger für 3D-Druck.

Schließlich kann auch das führende Open-Source-3D-Modellingpaket Blender genutzt werden, für den 3D-Druck Modelle zu erstellen oder zu verändern. Ich nutze Blender, da ich es bereits kenne und verwende. Ein Einsteigerwerkzeug ist jedoch nicht.

Entwerft Eure Sachen selbst!


0 Kommentare Donnerstag 23 Jan 2020 | | Streifzüge

Das drucke ich selber!

Es gibt im Internet natürlich für alles eine Platform – auch für Selbstgedrucktes. Zwei große Seiten sind Thingiverse und MyMiniFactory. MyMiniFactory ist eine unabhängige Platform, die sowohl freie 3D-Modelle anbietet als auch als Verkaufsplatform für 3D-Modelle und Printservices dient. Thingiverse ist die Austauschplatform von MakerBot, einem führenden Anbieter von 3D-Druckern.

Ich bin auf Thingiverse und in meinem Profil könnt Ihr Euch anschauen, was ich gedruckt („Makes“) und was ich entworfen habe („Designs“). Anfangs habe ich natürlich eher Dinge (Things) gedruckt, die andere entworfen haben – z.B. diese Ostereier. Schnell habe ich aber mehr Spaß daran gefunden, selber Dinge zu entwerfen und zu drucken. Unter meinen Entwürfen findet Ihr einen Lego-Troll, Accessoires für Karneval oder eine bessere Pooldüse . Auf dem Bild zum Beitrag seht Ihr die neuen Spardosen für die Kinder.

Die meisten Dinge entwerfe ich mit dem recht simplen Online-Werkzeug Tinkercad von Autodesk. Das Programm läuft im Webbrowser und ist kostenfrei. Das Programm wird auch von meinen Kindern – insbesondere dem jüngsten – genutzt, um selber Gegenstände zu entwerfen und zu drucken. Im nächsten Beitrag stelle ich kurz weitere 3D-Tools vor.

Schaut mal, was druckbar ist!


0 Kommentare Mittwoch 22 Jan 2020 | | Streifzüge

jetzt drucke ich selber!

Wer mich im „echten“ Leben kennt, weiss bereits, dass ich einen 3D-Drucker besitze und nun seit zwei Jahren fleißig drucke. Ich muss zugegeben, dass ich Anfangs nicht wusste, was ich wohl drucken würde und habe den 3D-Drucker als Experiment gesehen. Zwei Jahre später ist das 3D-Drucken fester Bestandteil meiner Freizeit- und Hobbywelt geworden.

Ein kurze Einführung zum 3D-Druck gebe ich, weitere Informationen sind schnell ergoogelt. Ich drucke mit einem FDM-Drucker, der im Schmelzschichtverfahren arbeitet. Das heißt der Drucker verflüssigt Kunststoff in einer Düse und spritzt ganz dünne Schichten aufeinander und formt so den 3d-Körper. Für Privatanwender gibt es auch noch SL-Drucker (Stereolithografie), die preislich zwar noch erschwinglich aber deutlich teurer sind. Diese erhärten ein Kunstharz mit Laserlicht.

Die (üblichen) FDM-3D-Drucker – wie meiner – können verschiedene Kunststoffe verarbeiten. PLA (Poly-Milchsäuren) ist der häufigste Kunststoff und ich verwende ihn fast ausschließlich. PLA schmilzt schon ab 150°C, typische Verarbeitungstemperaturen sind jedoch bei ca. 200°C. PLA ist ungiftig, lebensmittelecht und leicht zu handhaben. Leider sind die Druckerzeugnisse nur bedingt spülmaschinenfest. Das zweihäufigste Material ist ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol). Das ist das Material, aus dem die Lego-Bausteine sind. ABS ist sehr beständig und witterungsfest und kann daher auch für Außenbereich genutzt werden. Jedoch treten bei der Verarbeitung Styrol-Dämpfe auf, die gesundheitsschädlich sind und daher einer guten Durchlüftung bedürfen. Die Drucke mit ABS erfolgen bei höheren Temperaturen und ein Drucker mit beheizten Druckbett ist erforderlich. Weiterhin gibt es elastische Material, wasserlösliches, holzhaltiges und viele mehr.

Ich habe einen Flashforge Creator Pro gebraucht bei ebay gekauft und nun schon über 10 Kilogramm Material verdruckt. Im nächsten Beitrag werde ich auch verraten was…

Druckt Euch was!


0 Kommentare Dienstag 21 Jan 2020 | | Streifzüge

Tweak my Windows

Nachdem ich im letzten Blog Oculus Home getweakt habe, stelle ich Euch zwei kleine Tools für Windows10 vor.

PureText ist ein kleines Programm, dass die Windows-Zwischenablage um die Funktionalität erweitert, Text ohne Formatierung zu übernehmen. Ich kopiere häufig Text aus Tabellen oder Webseiten und das normale Verhalten der Zwischenablage fügt den Text dann mit der ursprünglichen Schrift und Größe ein – was ich in der Regel nicht möchte.

NirCmd ist ein Allrounder-Tool, mit dem Ihr viele Windows-Funktionen und Eigenschaften per Skript aufrufen könnt. Ich habe mir kleine Skripte geschrieben, um den Ton zwischen Monitor, Headset und Beamer umzustellen. Diese Skripte habe ich den Funktionstasten („G-Tasten“) meiner Logitech-Tastatur zugeweisen.

Passt Windows an!

 


0 Kommentare Dienstag 30 Okt 2018 | | Fundstücke

Tweak Oculus

Spiele und Anwendungen müssen nicht im Oculus Store gekauft / geladen werden und ich kaufe – gerne auch im Angebot – VR-Spiele bei Steam. Ärgerlich ist, dass diese Oculus-externen Programme in der Startoberfläche Oculus Home keine gute Namen und Icons besitzen. Das kann man jedoch manuell ändern.

Die Icons werden als Pack in den Ordner „\Oculus\CoreData\Software\StoreAssets\ “ kopiert. Schöne Icon-Sets findet Ihr bei Reedit.

Ebenfalls bei Reedit habe ich die Anleitung gefunden, wie der Name geändert werden kann: Es muss die entsprechende .json-Datei im Ordner „Oculus\Software\Manifests“ geändert werden.

Kauf und ladet, wo Ihr wollt!


0 Kommentare Sonntag 28 Okt 2018 | | Streifzüge

Ready Player One

Persönlich denke ich, dass VR großes Potential hat, wenngleich es weder das Kino/Fernsehen revolutionieren noch 2D-Gaming an Konsolen und PC verdrängen wird. Wenn die Handhabung der Brillen wirklich einfach wird, dann wird VR im Mainstream ankommen. Dies ist näher, als es im Augenblick erscheint.

2019 wird Oculus die neue Stand-Alone VR Brille Oculus Quest herausbringen. Die VR Brille funktioniert kabellos (genauso wie die Oculus Go) und ohne gekoppelten Mobiltelefon (anders wie die Gear VR). Die Brille erfasst die beiden Controller, die ähnlich wie die Oculus Rift Controller sind. Die Brille erlaubt mit „Oculus Insight“ ein Tracking in der echten Umgebung mit Sensoren in der Brille ohne externe Sensoren und Kabel (vergeichbar mit der Microsoft Mixed Reality Brillen). Oculus bewirbt die Quest per Video. Oculus plant schon zum Start eine Menge guter Spiele und Anwendungen. Die meiste Leistung wird weiterhin die Rift liefern, aber ich denke, in paar Jahren wird das „Quest Format“ leistungsfähig genug sein – oder per Cloud-Compute-Power wird.

Bis zu einer VR-Erfahrung wie im Film „Ready Player One“ oder noch besser im Buch (bitte zuerst Film sehen, dann Buch lesen!) dauert es noch lange, aber es ist möglich. Die ETH Zürich arbeitet an ultradünnen haptischen Handschuhen. Diese scheinen mir akzeptabler als das doch sehr schwer aussehende Design der Firma HaptX.

Mehrere Firmen arbeiten an Lösungen, um den Spieler unbegrenzt im Raum laufen zu lassen. Die Firma KAT bietet bereits mehrere „Tretmühlen“ an, z.B. die KAT mini (vorbestellbar für ca. $1.500). Virtuix Omni bietet – zur Zeit nur in den USA – auch entsprechende Platformen, aber es wird eher gerutscht als gelaufen (siehe Video). Sehr ähnlich arbeitet Cyberith. Infiniadeck baut dagegen omni-direktionale Laufbänder. Das sieht cool aus, aber scheint in der Geschwindigkeit begrenzt.

Ready.Player.One!


0 Kommentare Samstag 27 Okt 2018 | | Streifzüge

Mir wird schlecht

Ihr habt Euch vielleicht gewundert, warum ich unter den Spielen kein Autorennen genannt habe. Ich habe auch richtig gute Rennspiele, die auch in VR spielbar sind: Project Cars 2 und DIRT 4. Mein Problem ist, mir wird unglaublich schlecht, wenn ich in VR Rennen fahre. Mein ältester Sohn dagegen kann ohne Probleme fahren.

Einmal hatte ich mich gezwungen weiter zu fahren, weil ich dachte, da gewöhne ich mich gleich doch dran. Nein, tut man nicht. Ich habe mich stundenlang richtig schlecht gefühlt. Zeit, um Tante Google zu fragen. Kurz gesagt, haben die VR-Krankheit und Seekrankheit die selbe Ursache. Der visuelle Eindruck stimmt nicht zu dem Bewegungseindruck und als Überbleibsel aus der Steinzeit denkt unser Körper, dass wir uns vergiftet haben und startet das Entgiftungsprogram = Überkeit und Erbrechen. Das Blöde ist, wenn das „Programm“ gestartet ist, dann stoppt es erst nach Stunden.

Motion Sickness kann verhindert werden, wenn im Sichtfeld des Spielers stabile Elemente genügend Sichtfläche einnehmen. In Google Earth wird beim „Fliegen“ das Sichtfeld einschränkt und stattdessen ein graues Gitter eingeblendet, das mehr Platz einnimmt, je schneller man fliegt. Zuerst dachte ich, dies geschieht, damit die Texturen nachgeladen werden können. Nun weiß ich, dass dies als Mittel gegen Motion Sickness geschieht – und es funktioniert. Auch in dem Raumfahrtspiel Elite Dangerous schützt ein festes Element – hier das Cockpit des Raumschiffs – gegen die Übelkeit.

Die Autorennen dagegen wurden ursprünglich nicht für VR programmiert. Um die Immersion in 2D zu erhöhen, wackeln die Fahrerkabinen der Fahrzeuge – was keine Stabilität gegen Übelkeit gibt. Daher kann ich auch nicht in Open-World-Spielen „laufen“ sondern muss mich „teleportieren“, was irgendwie für mich problemlos erträglich ist. Wahrscheinlich weil man sich im echten Leben nie so fortbewegt.

Ein guten Artikel über Motion Sickness könnt Ihr bei VR World lesen.

Immer schön stabil bleiben!


0 Kommentare Donnerstag 25 Okt 2018 | | Streifzüge

Scotty, ich brauch Energie

Vor dem VR Spiel steht der Aufbau. Jedes Mal die Sensoren ausrichten und das System einmessen, ist mir zu aufwendig, daher habe ich das System fest in meiner „Technikhöhle“ installiert. Doch hierbei ist viel zu beachten und es wird klar, dass die VR-Technik noch braucht, bis sie im Mainstream ankommt.

Ein guten Start und eine brauchbare Anleitung für den Aufbau bietet VR World. Die Herausforderung ist, dass die Kabel zu lang werden, wenn sie an der Wand entlang verlegt werden. Daher müssen die Kabel entsprechend verlängert werden. Aktive USB-Kabel sind Pflicht! Seht auch den Verlängerungsguide von VR World. Ich habe weiterhin einen passiven HDMI-Verstärker eingebaut, d.h. das der HDMI-Verstärker die Stromversorgung aus dem HDMI-Kabel bezieht.

Funktioniert hatte es dann immer noch nicht – mindestens nicht stabil: Die Brille blieb von Zeit zu Zeit schwarz. Ich habe länger gebraucht, um das Problem zu erkennen. Die Stromversorgung vom USB und HDMI war überlastet durch die ganzen (passiven) Verstärker. Ich konnte das Problem lösen, in dem ich mit einem zusätzlichen Netzteil Strom in die USB-Schiene zugeführt habe.

Die Sensoren habe ich fest an die Wand montiert, mit möglichst günstigen Wandhaltern mit einem Standard-Stativgewinde. Zum schnellen Anschluß der Brille habe ich an der Wand (siehe links hinten auf dem Foto) eine Aufputzdose mit USB3– und HDMI-Dose montiert (vom Anbieter gibt es auch Dose und Blenden). Sieht professionell aus. Das Highlight ist die Kabelführung, die ich an die Decke montiert habe (siehe Foto). Die Kabelrollen kann ich mit Klemmen an die Ikea-Deckenleiste VIDGA befestigen und wieder abnehmen, wenn ich nicht spiele. Fertig ist das Holodeck.

Tritt ein!


0 Kommentare Dienstag 23 Okt 2018 | | Streifzüge

Holodeck

Seit dem letzten Blog ist ein wenig Zeit vergangen, in der meine Kinder und ich unsere neue VR-Brille – eine Oculus Rift – ausgiebig testen und Besuchern vorstellen konnten. Jeder ist ordentlich beeindruckt von dieser neuartigen, gesamteinheitlichen Erfahrung. Meine Lieblingsprogramme in VR sind:

  • Google Earth: Natürlich sind die Sehenswürdigkeit beeindruckend, aber noch beeindruckender ist, seine eigene Umgebung zu erkunden. In Deutschland ist alles, was ich bisher gesehen habe, in 3D. Somit stapfe ich als Gulliver durch meinen Wohnort. Riesig!
  • Medium: Medium ist ein VR-Mal – bzw. Modellierprogramm, in dem man Figuren und Gegenstände aus einer Art „Bauschaum“ sprühen kann, um das Erschaffene danach zu bearbeiten (schneiden, verformen, etc.) und zu bemalen. Natürlich kann man dabei um sein Kunstwerk herumgehen. Spaßig!
  • Elite Dangerous: … ist ein Weltraumspiel, in dem Du handeln, Rohstoffe schürfen, kämpfen und vieles mehr machen kannst. In VR ist es wirklich beeindruckend mit seinem Raumschiff auf eine der riesigen Raumstationen zu fliegen, um durch die Schleuse in den mächtigen Hangar zu fliegen. Jeder der Elite im Original kennt, hat sich dies erträumt. Ich bin jedoch ein mässiger Flieger und ein noch schlechterer Schütze. Gigantisch!
  • From other Suns: Ein Shooter in VR? -Erst war ich skeptisch, dann habe ich an einem Probewochenende das Spiel probiert – und gekauft. In VR sind die Shooter etwas langsamer als normalerweise (Tastatur und Maus), dafür mit vollen Körpereinsatz. Ich ducke mich hinter Wände und Kisten, ziele mit den Controllern und interagiere mit den Türkonsolen. Cool!
  • The Climb: Hier wird geklettert. Mit den Controllern wird gegriffen, gespielt wird natürlich im Stehen und strecken muss ich mich ordentlich, um an den nächsten Griff zu kommen. Am Ende einer Klettertour sind schweißnasse Hände garantiert. Nichts für Leute mit Höhenangst. Wow!

Es gibt noch jede Menge spielen- und erlebenswertes, vieles sogar kostenfrei: ein Besuch auf der ISS-Raumstation, virtueller Escaperoom, Star Wars Erfahrung, u.v.m.

Spiele und andere VR-Software bekommt Ihr im Oculus Store und bei Steam VR.

Vor dem Spiel steht nun noch der Aufbau – dazu mehr im nächsten Blog. Energie!


0 Kommentare Sonntag 21 Okt 2018 | | Streifzüge

Raus aus der Realität

 Das Thema 360° Grad führte mich zu den Virtual Reality Brillen. Damit ich die 360° Bilder „wirklich“ anschauen kann, habe ich mir diese mit Google Cardboard – eine VR Brille zum selber basteln – angeschaut. Ich hatte mir bereits vor paar Jahren (2014) ein Cardboard gebastelt und damit mich virtuell in die Toscana (Tuscany Dive) begeben. Damals war dies lustig – heute weniger beeindruckend – aber nicht dauerhaft begeisternd.

In 3D-Brillen werden jedem Auge ein Bild gezeigt, das der Lage der Brille entsprechend ein neuen Blickwinkel zeigt, so dass man sich im Bild umschauen kann.

Die Google Brille ist eine einfache Brille und nutzt die im Mobiltelefon vorhandenen Lagesensoren (Gyro-Sensoren), um die Bewegung des Kopf / der Brille zu verfolgen. Da die Lagesensoren des Mobiltelefons dafür ursprünglich nicht ausgelegt sind, funktioniert dies mit keiner zu hohen Präzision. Der Bildschirm zeigt dann zwei Bilder nebeneinander – für jedes Auge eins.

Besser sind 3D-Brillen, die Lage- und Bewegungssensoren eingebaut haben und das Mobiltelefon zur Anzeige und Berechnung nutzen. Ich habe eine Samsung Gear VR Brille gekauft, die (leider) nur mit modernen Samsung Mobiltelefonen zusammenarbeitet. Die Brille arbeitet wirklich präzise und bietet ein schönes VR-Erlebnis.

Diese VR Brillen bietet ein 3D Tracking, d.h. es werde die Bewegungen des Kopfs verfolgt („getrackt“), aber nicht die Bewegungen des Körpers. Man kann sich im Bild umschauen, aber nicht in die Knie gehen oder ein Schritt zu Seite. Das Drehen des Körpers um die eigene Achse wird erfasst, da sich der Kopf (die Brille) entsprechend mit bewegt.

Die nächste Stufe von VR sind Brillen, die Ihre Lage im Raum erfassen und so auch Bewegungen zur Seite und nach oben und unten erfassen („6D“). Sie bieten ein intensiveres Erlebnis. Diese Brille benötigen – in der Regel – Sensoren, die mit der Brille kommunizieren, um die Lage der Brille im Raum verfolgbar zu machen. Mit dem richtigen Aufbau der Sensoren ist somit sogar ein „raumfüllendes Erlebnis“ (room-scale VR) möglich, bei dem man sich im Raum frei bewegen kann. Diese Brille bieten für jedes Auge ein eigenen Bildschirm und somit eine höhere Auflösung.

Oculus Rift ist die Brille, die als Kickstarter-Initiative den VR-Hype auslöste. Sie bietet mit drei Sensoren room-scale VR.  Mittlerweile wurde das Startup von Facebook gekauft.

Die VR Brille mit der aktuell besten (größten) room-scale VR ist die HTC Vive. Die Brille des chinesischen Herstellers war von Anfang an für room-scale entworfen. Hier kann das „Holodeck“ bis zu 5 x 5 Meter groß werden. Mit dem Nachfolgemodel HTC Vive Pro sind sogar bis zu 10 x 10 Meter möglich – wenn man soviel Platz zu Hause hat. Die HTC Brillen sind nicht nur technisch sondern auch preislich in der Oberklasse angesiedelt.

Für diese Brillen ist ein leistungsfähiger PC mit einer modernen Grafikkarte notwendig. Auch dies kostet viel Geld und erhöht die Einstiegsbarriere zur VR.

Ohne PC kommt die Playstation VR von Sony aus. Hier wird die VR Brille mit der Playstation 4 Pro verbunden. Insgesamt ist dies die preisgünstige Lösung und die mit dem kleinsten Installationsaufwand. Jedoch bietet die Brille kein echtes room-scale sondern ein Bewegungsraum von 2 x 2 Meter, der nur von vorne erfasst wird.

Microsoft ist (wie so oft) spät in den VR-Markt eingestiegen und hat die Technik der sogenannten Mixed-Reality-Brillen entworfen. Microsoft stellt selber keine Brillen her, sondern dies wird von Partnern wie Acer, Dell und Lenovo übernommen. Die Technik ist sehr interessant, da die Brille keine externen Sensoren benötigt, sondern „inside-out“ mit Kameras in der Brille Bewegungen relativ zur Umgebung erfasst. Dies vereinfacht den Aufbau sehr und erniedrigt die Einstiegshürde. Leider ist das Angebot von Spielen und Erlebnissen noch begrenzt.

Als Trends sind die Vergrößerung der Auflösung (Stichwort 4k), Kabellosigkeit und PC-Unabhängigkeit. Alles gibt es schon, aber nicht zusammen.

Ich denke, in naher Zukunft gibt es kabellose PC-unabhängige Brille, mit inside-out Tracking und hoher 4k-Auflösung. Dann kann eine VR-Brille einfach transportiert, aufgebaut und genutzt werden. Dann sind die Brillen im Mainstream angekommen.

Bis dahin habe ich mir eine Oculus Rift geleistet und habe bei uns im Keller mit fest installierten Sensoren ein VR-Spielfeld von 2 x 2,5 Meter aufgebaut. Die Kabel werden über die Decke geführt und stören so nur noch wenig. Nun haben wir unser kleines Holodeck im Keller.

Besucht fremde Welten!


0 Kommentare Samstag 10 Feb 2018 | | Streifzüge